ÖDP fordert Recht auf analoge Bildung - scharfe Kritik am "Digitalpakt Schule"

Becker: "Bildung braucht kleinere Klassen, nicht größere Bildschirme!"

"Ich kämpfe für das Recht der Kinder auf analoge Bildung. Gute Bildung braucht kleinere Klassen und mehr Lehrer, nicht mehr Smartphones und größere Bildschirme in der Schule", empört sich Agnes Becker, Landtagsspitzenkandidatin und stellv. Landesvorsitzende der ÖDP Bayern. Bestätigt sieht sich Becker in einer der wichtigsten Forderungen der ÖDP im Landtagswahlkampf durch die Meldung des bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV), die feststellte, dass die Sprache von Schulanfängern immer eintöniger werde und die Sprechfähigkeit immer weiter abnimmt. Auch das bayerische Gesundheitsministerium bestätige eine stetig steigende Zahl von Kindern mit Sprachauffälligkeiten. Als eine wichtige Ursache für die Verarmung der Sprachfähigkeit wird von Experten die immer größer werdene Rolle der digitalen Medien genannt.

"Da kommt der "Digitalpakt Schule" von Bund und Ländern doch genau richtig", meint Agnes Becker ironisch. "Entlarvend" nennt sie es, welche Berater für die Ausgestaltung dieses "Pakts" ausgewählt wurden. Ausschließlich Vertreter der Wirtschaft und aus der technischen Forschung, aber keine Kinderärzte, Lernpsychologen oder Neurowissenschaftler seien beteiligt gewesen. Gerade die Neurowissenschaftler hätten darauf hinweisen können, dass es aber durchaus Probleme gibt: Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen als Folge medialer Reizüberflutung.

Selbstverständlich gehöre auch für die ÖDP der Umgang mit elektronischen Geräten und entsprechenden Medienangeboten zum Bildungsinhalt. Allerdings lehnt die ÖDP den "elektronischen Overkill" vom Kindergärten bis zum Schulabschluss ab. "Vermittelt werden muss die Nutzung dieser Angebote als "Mittel zum ZwecK und nicht als Selbstzweck". Gerade für die kleinsten Schüler gäbe es viele andere wichtige und spannende Dinge in der analogen, wirklichen Welt zu lernen. Becker fasst es so zusammen: "Was ist das Anschauen des hundertsten Katzenvideos gegen das Streicheln einer lebendigen Katze?"

Auch in der vom BLLV aufgegriffenen ÖDP-Forderung nach einer zweiten Kraft in jeder Grundschulklasse, um den immer größeren Herausforderungen begegnen zu können, sieht sich Becker bestärkt: "Wenn die Staatsregierung das Prinzip "Jedem Kind seine Chance" ernst nehmen würde, dann würde sie Geld in ausreichend Lehrkräfte stecken und nicht in digitalen Schnickschnack."


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