"Wir werden alles tun, was Gott uns erlaubt, und auch manches, was er verbietet, um diese Innovation voranzubringen" sagte Minister Erwin Huber am 15.10.02 auf der Systems zum Thema Mobilfunk.
Dieser Grundsatz soll in Sachen Klonen und Stammzellenforschung wohl auch gelten. So gibt es unter dem Titel "Leben schützen - Leben fördern. Forschung mit embryonalen Stammzellen" ein Papier des CSU-Vorstandes vom 21.01. 02, in welchem die Zulassung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und anderes ("Entwicklungen wie Schwangerschaft "auf Probe" oder Selektionswünsche und -hoffnungen nehmen zu") zurecht beklagt werden. Nach vielen Seiten, denen ich fast durchweg zustimme, kommt das dicke Ende: "Die Bewertung der hier zu berücksichtigenden einzelnen Sachverhalte, Argumente und Schlussfolgerungen müssen jede und jeder Einzelne für sich vornehmen". Freiheit für Forschung und Industrie also. Gott ist gut, Geld ist besser. Deshalb ist das Volksbegehren "Menschenwürde ja - Menschenklonen niemals" wichtig.
Xaver Fichtl, ödp/GLBL-Beitrag ("Aus den Fraktionen") in der Lindauer Bürgerzeitung vom 25. April 2003
Alois Glück, CSU-Fraktionschef, wertete es als "gut für die politische Kultur in Bayern", dass die "irreführende und Angst machende" Kampagne der ödp keine Zustimmung gefunden habe. Da sitzt er also im Frankenstein-AG-Dampfer und hat Angst vor Störmanövern des ödp-Paddelbootes. Aber so ist nun mal die "gute politische Kultur in Bayern": wess´ Brot er isst, dess´Lied er singt. Und im Gegensatz zum Irakkrieg hat das Zweckbündnis mit der katholischen Amtskirche in Sachen Volksbegehren gehalten, während damals die Unterstützung der Merkelschen Kriegsbegeisterung vom Papst unterbunden wurde. Jetzt werden sie wieder in Sonntagsreden vor PID und Klonen warnen - und am Montag daran arbeiten, das Embryonenschutzgesetz und den Begriff Menschenwürde aufzuweichen. Ich danke allen, die sich für das Volksbegehren eingetragen und engagiert haben. Es war nicht umsonst, viele haben sich genauer mit dem Thema befasst.
Xaver Fichtl, ödp/GLBL-Beitrag ("Aus den Fraktionen") in der Lindauer Bürgerzeitung vom 20.Juni 2003
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