Pressemitteilung der CSU vom 11.11.2011
CSU startet Bürgerbegehren für Hauptbahnhof in Reutin mit eingleisiger Schienenanbindung der Insel
| Vollständiger Text der CSU-Pressemitteilung | Unvollständiger Kommentar von Xaver Fichtl |
| Den Lindauer Bürgerinnen und Bürgern wird aufgrund des am 25.10.2011 gefassten Stadtratsbeschlusses nur die Möglichkeit gegeben, in einem Bürgerentscheid am 11.12.2011 über einen Verbleib des Hauptbahnhofs auf der Insel mit Bahnstation in Reutin abzustimmen. Die CSU Lindau hält es ebenso für notwendig, die Bürgerinnen und Bürger Lindaus im Rahmen eines Bürgerentscheides zur Standortvariante Hauptbahnhof Reutin mit eingleisiger Schienenanbindung der Insel abstimmen zu lassen. Die CSU startet am heutigen Samstag ihr Bürgerbegehren für Reutin. | Es gibt zwei Möglichkeiten: die Stadt
entscheidet sich für die Kombilösung mit (großem) Bahnhof Insel und
(kleinem) Bahnhof Reutin, oder es bleibt die nächsten 10 bis x Jahre alles
beim Alten. Der CSU-Vorschlag (Hauptbahnhof Reutin mit Inselanbindung)
unterscheidet sich vor allem dadurch von der Kombilösung, dass die
Bodensee-S-Bahn nicht mehr auf die Insel kann, dass der Freistaat diese
Variante nicht bezuschusst und dass die Bahn diese Variante mit Einstellung
des Planfeststellungsverfahrens aufgegeben hat: sie ist nicht machbar.
Wenn also die Bürger beim Bürgerentscheid am 11. Dezember für die Kombilösung stimmen, ist alles bestens: wir haben zwei Bahnhöfe, einen Zuschuss und eine schnelle Umsetzung. Und das CSU-Bürgerbegehren wird zur Farce. Entscheiden sich die Bürger gegen die Kombilösung, beginnen die Verhandlungen von vorne, ein neues Planfeststellungsverfahren beginnt, dann kommen irgendwann die Klagen der Anwohner im Bereich Aeschach-Reutin, und in 10 Jahren wird es wieder eingestellt. Und das Bürgerbegehren der CSU ändert daran rein gar nichts, es bleibt eine Farce. Das CSU-Vorhaben ist von vornherein ein Krampf, es würde die Entwicklung Lindaus um Jahrzehnte zurückwerfen. |
| Der Hauptbahnhof muss dort liegen, wo 90% der Menschen wohnen. | Die CSU glaubt, dass 90% der Lindauer am Berliner Platz wohnen. Liegen Bad Schachen, Oberreitnau, Neuhaus und alle anderen Stadtteile auf dem Festland am Berliner Platz? |
| Er muss schnell, sicher und einfach erreichbar sein, damit in Zukunft mehr Menschen vom Auto auf den Zug umsteigen können. | Bei der Kombilösung ist die Bahn besser erreichbar, da es die Auswahl von zwei Zugangsbahnhöfen gibt, den Hauptbahnhof auf der Insel und die Bahnstation in Reutin. Die Kombilösung ist schneller, sicherer und einfacher. |
| Gemeinsam mit ihrem Oberbürgermeisterkandidaten Professor Rothfuß steht die Fraktion dafür, dass eine Inselanbindung per Schiene nicht aufgegeben werden darf. Die bisherigen Verhandlungen der Stadt hierzu scheiterten nur deshalb, weil die Forderungen mit beidseitiger Schienenanbindung aus Richtung Friedrichshafen und Bregenz mit vier Bahnsteigkanten überzogen waren. | Die Inselanbindung ist auf Dauer bei der Kombilösung besser gesichert. An den bisherigen Verhandlungen war die CSU maßgeblich beteiligt. Aber das haben die Beteiligten Herrn Rothfuß wohl noch nicht erzählt. Die beidseitige Schienenanbindung aus Richtung Friedrichshafen und Bregenz und der Hauptbahnhof auf der Insel sind unverzichtbar, siehe die tausend Gründe weiter unten. |
| Die kostengünstigere einseitige Anbindung stellt aber sicher, dass die touristisch, kulturell und wirtschaftlich wichtige Insel auch für die kommenden Jahrzehnte mit dem Zug erreichbar bleibt. | Hier sträuben sich die Haare. Die Einseitige Inselanbindung müsste von der Stadt Lindau bezahlt werden und ist auf Dauer nicht bezahlbar. Das Gesäusel von der touristisch, kulturell und wirtschaftlich wichtigen Insel wird durch eine kleine angeflanschte Stichverbindung von einem "modernen" Betonplattenbaubahnhof Reutin ("wo sind wir nur gelandet ...??") mit Umsteigen für alle Touristen ad absurdum geführt. |
| Zudem eröffnen sich einmalige Potenziale für eine ökologische und soziale Entwicklung der weitläufigen Gleisflächen, um die Insel wieder zum dynamischen und lebenswerten Zentrum Lindaus zu machen. | Da bin ich mal gespannt, was noch kommt von den dynamischen Gleisabbauern. Ist es die soziale Komponente einer wiedererstandenen Kongresshalle mit Tagungshotel für arme Spesenritter? Oder die ökologische Verbauung der westlichen Insel (man braucht dann keine Laubbläser mehr ..)? |
| Gleichzeitig eröffnen sich in Reutin gegenüber der sog. „Kombi-Lösung“ unvergleichbare Entwicklungspotenziale für Gewerbeansiedlung und Stadtteilaufwertung. | Damit droht die Bahn tatsächlich: Ein Hauptbahnhof Reutin benötige viel weniger Flächen als ein Bahnhalt. Und die CSU-Experten fahren voll darauf ab. |
| Der Oberbürgermeisterkandidat der CSU und Verkehrsexperte Prof. Dr. Rainer Rothfuß sieht den Hauptbahnhof in Reutin mit Schienenanbindung der Insel als eine „Lösung, die den Durchbruch für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Lindau bringen wird und im Zusammenhang eines umfassenden Planungskonzepts für die Jahrzehnte alten Verkehrsprobleme gesehen werden muss. | Ach, wie klingt das gut. Hat das Seehofer formuliert? Die Euphorie der CSU in Sachen Atomkraft, Gentechnik, Magnetschnellbahn, Hypo Alpe Adria etc. haben vor Jahren ähnlich geklungen. Da bricht sich die Zukunft Bahn. Möglichst ohne Bahn. (Ich gestehe, der Vergleich mit der Hypo Alpe Adria ist gemein. Die hiesige CSU will ja nicht Milliarden verschenken, sondern nur Millionen) |
| Ein wichtiger erster Schritt ist, dass Zugpendler nicht mehr mit dem Auto auf die Insel fahren müssen.“ | Die armen Pendler müssen mit dem Auto fahren, da sie nicht zu Fuß gehen können, kein Fahrrad haben und den Stadtbus nicht kennen. Und wenn sie schon nach Reutin mit dem Auto fahren, dann bitte zu einem Hauptbahnhof Reutin. Jawoll! Mir san mir. |
| Roland Freiberg, Fraktionsvorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion Lindau | Xaver Fichtl, Nichtfraktionsvorsitzender der ÖDP im Lindauer Stadtrat |