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Lindauer Zeitung, 3.12.2011

Kommentar: Kopfüber in den Fettnapf

Von Jürgen T. Widmer

Rainer Rothfuß, OB-Kandidat der CSU, behauptet vor 500 Menschen in der Inselhalle, die Stadt hätte in ihrem Ratsbegehren den Bürgern zwei Fragen gleichzeitig stellen können. Die Nachfrage beim Landratsamt macht klar: Rothfuß irrte. Dies wäre eine Randnotiz wert.

Gleichzeitig operiert er auf dem Podium in der Bahnhofsfrage mit Fahrzeiten, von denen er bereits wissen musste, dass sie falsch sind. Dass er Zettel mit diesen falschen Fahrzeiten weiterhin an die Bürger verteilen ließ, lässt zumindest Zweifel daran aufkommen, dass es ihm wirklich um sachliche Information geht. Da drängt sich dann der Verdacht auf, dass dies zum Muster für den Wahlkampf wird: Irgendetwas behaupten, darauf beharren und hoffen, dass niemand nachhakt.

Wenn er vor allen Anwesenden verspricht, seine Zahlen zur Bahnhofsfinanzierung und die dazugehörigen Gutachten öffentlich zur Verfügung zu stellen und dann gleich wieder zurückrudert, rückt er das gesamte Bahnhofskonzept der CSU in den Verdacht, es sei Makulatur. Dafür fällt der Mann, der gerne für eine neue, ökologischere CSU stehen würde, prompt in die Verhaltensweisen jener zurück, die es als gottgegeben sahen, dass die CSU in Bayern regiert. Er watscht die eigene Nachwuchsorganisation öffentlich ab und winkt mit seinen guten Kontakten in die hohe Politik. Das riecht dann doch sehr nach dem allzu vertrauten Filz, und ist für einen Kandidaten, der für einen neuen Politikstil stehen will, ein Sprung kopfüber in den Fettnapf.


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