Wesentlich mehr blieb vom Zahlensalat kaum hängen, doch Rothfuß versprach, die Zahlen bereits am nächsten Morgen seinen Mitbewerbern und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dazu ist es nicht gekommen (siehe Kasten).
Max Strauß und Amtsinhaberin Petra Seidl hielten sich in der Bewertung der Zahlen zurück. Doch zumindest in einem Punkt bekam Rothfuß Gegenwind: Er geht nach wie vor davon aus, dass das Wirtschaftsministerium auch weiterhin jede Form der Schienenanbindung der Insel mit 3,5 Millionen Euro unterstützen wird. Ich habe demnächst einen Termin bei Verkehrsminister Ramsauer. Ich bin jemand, der durchaus gehört wird“, erklärte er. Aus dem Wirtschaftsministerium liegen derzeit aber keine Signale vor, dass Minister Martin Zeil (FDP) von seiner Aussage, dass es nur für die Kombilösung Geld gibt, abrücken wird. Seidl griff Rothfuß hart an: „Sie arbeiten mit Zahlen, die wir nicht überprüfen können, da sie ihnen anonym zur Verfügung gestellt wurden“, sagte sie mit Blick auf die Fahrtzeitendiskussion und stellte die Frage: „Woher nehmen Sie die Hoffnung, dass Minister Zeile Ihre Variante stützt?“
Zumindest so viel wurde klar: Rothfuß hatte in seiner Berechnung die Grundstückskosten vergessen. Denn einige der Flächen muss die Stadt der Bahn abkaufen. „Er gehe davon aus, dass die Bahn diese Flächen der Stadt günstig überlassen würde. „Da muss man halt hart verhandeln. Ich bin ein harter Verhandler“, versprühte Rothfuß Zuversicht.
Ecker will die Zahlen prüfen
„Ich hatte eigentlich auf belastbare Zahlen gehofft“, sagte Ecker. Er will die Zahlen von Rothfuß erst prüfen, bevor er sie beurteilt. Max Strauß ging weiter: „Sie haben nichts Belastbares in der Kasse. Alles ist eine Frage von Verhandlungen, Schätzungen und Möglichkeiten“, so seine Einschätzung. Er hielt Rothfuß zudem vor, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) festgestellt hatte, dass drei Viertel der Fahrgäste aus Richtung Aeschach kommen und nur ein Viertel aus Richtung Reutin. Wenn Halte zwischen Lindau und Hergatz reaktiviert werden, komme nur noch ein Fünftel aus Richtung Reutin. Die einseitige Inselanbindung bedeute für einen nicht unerheblichen Teil der 5000 täglichen Fahrgäste eine Verschlechterung. Die BEG rechnet damit, dass viele Fahrgäste dann von der Schiene auf die Straße umstiegen.