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Bericht der Lindauer Zeitung vom 12.11.2011

CSU will Bahnhof in Reutin mit Schienenanbindung der Insel

Die Partei sammelt ab heute Unterschriften für ein Bürgerbegehren

Lindau (dik) - Oberbürgermeisterkandidat Rainer Rothfuß und die CSU-Stadtratsfraktion machen ernst. Ab heute sammeln sie Unterschriften. Allerdings nicht nur für einen Bahnhof in Reutin, sondern für einen Festlandbahnhof mit Schienenanbindung auf die Insel.

„Sind Sie dafür, dass die Stadt Lindau die entsprechenden Maßnahmen für einen Hauptbahnhof in Reutin und eine eingleisige Schienenanbindung der Insel ergreift?“ lautet die Fragestellung des Bürgerbegehrens, für das Lindauer erst unterschreiben sollen. Wenn mindestens 1600 wahlberechtigte Lindauer die Forderung unterstützen, gibt es einen Bürgerentscheid. Wobei derzeit unklar ist, wann es zu einer Abstimmung kommen kann und ob die Bahn so lange warten will. Denn bisher hatte Volker Hentschel von der DB Netz immer eine Entscheidung der Lindauer vor Weihnachten gefordert. Sollte es keine Entscheidung geben, so hatte er hinzugefügt, werde die Bahn nur mit dem Inselbahnhof planen. Kombilösung und Nur-Reutin hätten dann keine Chance mehr.

Rothfuß sowie Bürgermeister Karl Schober und CSU-Fraktionschef Roland Freiberg begründen ihr Bürgerbegehren damit, dass viele Lindauer über Reutin abstimmen wollten. Der Stadtrat gebe aber nur die Möglichkeit, am 11. Dezember die Kombilösung abzulehnen oder anzunehmen. Mit Kombilösung ist ein Inselbahnhof mit Bahnhalt in Reutin gemeint.

„Bisherige Forderung war überzogen“

Der Hauptbahnhof muss dort liegen, wo 90 Prozent der Menschen wohnen“, begründet die CSU ihr Bürgerbegehren. Er müsse „schnell, sicher und einfach erreichbar sein, damit in Zukunft mehr Menschen vom Auto in den Zug umsteigen können“. Allerdings besteht die CSU darauf, dass eine Inselanbindung per Schiene erhalten bleibt. Die bisherigen Verhandlungen der Stadt hierzu sind laut CSU nur deshalb gescheitert, „weil die Forderungen mit beidseitiger Schienenanbindung aus Richtung Friedrichshafen und Bregenz mit vier Bahnsteigkanten überzogen waren“. Ein Gleis von Reutin auf die Insel sei billiger und stelle sicher, „dass die touristisch, kulturell und wirtschaftlich wichtige Insel auch für die kommenden Jahrzehnte mit dem Zug erreichbar bleibt“.

Wichtig ist der CSU zudem, dass große Teile der Gleise auf der Insel verschwinden, so dass eine „ökologische und soziale Entwicklung“ möglich werde, „um die Insel wieder zum dynamischen und lebenswerten Zentrum Lindaus zu machen“. Auch in Reutin würden mehr Flächen frei als bei der Kombilösung, was „unvergleichbare Entwicklungspotenziale für Gewerbeansiedlung und Stadtteilaufwertung“ ermögliche.

OB-Kandidat Rothfuß, den die CSU als „Verkehrsexperten“ bezeichnet, sehe den Hauptbahnhof in Reutin mit Schienenanbindung der Insel als eine „Lösung, die den Durchbruch für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Lindau bringen wird und im Zusammenhang eines umfassenden Planungskonzepts für die Jahrzehnte alten Verkehrsprobleme gesehen werden muss. Ein wichtiger erster Schritt ist, dass Zugpendler nicht mehr mit dem Auto auf die Insel fahren müssen.“

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