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Lindau-Insel. Eine ökologisch-bunte Vision

Die zukunftsfähige, autoarme Perle im Bodensee für Lindauer und Gäste. Ein Gegenentwurf zu autozentrierten Vorstellungen von IHK und CSU für Hochpreiszweitwohnungen mit Autobahn statt Eisenbahn.

1. Ausgangslage
Der Parkplatz hintere Insel ist am falschen Ort und langfristig abzubauen. Ein großer Teil des Bahngeländes wird von der Bahn nicht mehr benötigt und genutzt und ist auch bei Erhalt des Hauptbahnhofes mit voller Funktionalität anderweitig zu erschließen. Diese angesprochenen Flächen liegen in bester Lage. Das bedeutet, es gibt auf der westlichen Insel Planungsbedarf und Entwicklungschancen für die Nutzungen Parkgelände, Wohnungen für Familien und Kleingewerbe/öffentliche Räume/Schulen. Außerdem ist das Bahnhofgebäude teilweise ungenutzt, der Erhalt des wertvollen Gebäudes und ein Gesamtkonzept müssen angestrebt werden.

2. Hauptbahnhof Lindau
Ein Großteil der Tagungsgäste kommt mit der Bahn. Auch für Tagestouristen ist der Bahnhof in Hafennähe ideal. Der Hauptbahnhof bleibt am bisherigen Standort mit allen Funktionen (ICE-Halt). Dies ist Beschlusslage des Stadtrats und im Sinne der Bahn (zumindest aller, die die Bahn und den ÖPNV erhalten und ausbauen wollen, eventuell nicht im Sinne der Bahnzerstoiber).

3. Neues Kongresszentrum vs. Inselhalle
Die Inselhalle Lindau ist noch nicht abbezahlt, da soll ein viel größeres Projekt "kostenlos" gebaut werden. Die Kosten lauten: Flächenverbrauch in bester Lage für hochpreisige (Zweit-)Wohnungen, hinausdrängen der Lindauer Bevölkerung, insbesondere der Jugend, aus der westlichen Insel (Skateranlage, U&D, Spielplatz, Seezugang), der Bahnhof soll verschwinden, Zunahme von Autos benötigt Autodamm statt Bahndamm. Eine Vision von einigen, ein Alptraum für viele. Zudem wird diese Planung vom Wachstumswahn geprägt. Wenn alle größeren Städte so planen - und vielerorts herrscht noch dieser Wahn vor -, dann konkurrieren viele Kongresszentren um nicht vermehrbare Kongressteilnehmer. Parallelen zu Entwicklungen im Kurkrankenhaus- und Bäderbereich drängen sich auf. Unbestritten ist andererseits ein Bedarf an ergänzenden Tagungsräumen in Lindau. Dazu müssen vorhandene Räume und Möglichkeiten auf der Insel und insbesondere die Erweiterungsmöglichkeiten der Inselhalle untersucht werden.

4. Autofreie Insel
Das Fernziel einer autoarmen Insel ist zumal angesichts steigender Ölpreise und zu hoher Feinstaubbelastung aktueller denn je. Dies lässt sich gerade bei der Weiterentwicklung der westlichen Insel bestens angehen durch wagemutige, visionäre Planung: Statt 1200 Stellplätzen in großflächigen Tiefgaragen fordern wir etwa 50 Stellplätze für Elektroautos im Car-Sharing-Betrieb. Die gesetzlich vorgeschriebenen Autostellplätze werden auf dem Karl-Bever-Platz und anderen Parkplätzen ausgewiesen. An diesen Parkplätzen gibt es ebenfalls Stellplätze und Elektroautos des Car-Sharing-Betriebes, so dass jeder Bewohner der (westlichen) Insel über den Car-Sharing-Betrieb (und über den Stadtbus) Zugang zu einem Privat-Pkw hat (falls dies überhaupt noch nötig ist). Die langfristige Reduzierung der Autos auf der Insel entspannt auch die Staulage und die Schrankenproblematik. Eine Bahn-Unterführung ist überflüssig.

5. Agenda
Die vorgeschlagenen Ziele sind zukunftsorientiert, ökologisch und für die Menschen in Lindau gedacht. Sie verringern die vieldiskutierten Verkehrsprobleme, fördern den ÖPNV, vermeiden die Förderung von Individualverkehr und enthalten keine Großprojekte mit den damit verbundenen Nachteilen. Das meiste ist von der Bunten Liste und anderen schon seit langem gesagt und gefordert worden. Die IHK-Wund-Seidl-Präsentation und -Vorgehensweise hat jetzt erneut den Fokus auf die hintere Insel und den Hauptbahnhof gelenkt, deshalb meine Idee: jetzt mit allen (Bunte Liste, ödp, Stadtverwaltung, Förderverein hintere Insel, Bahnhof-Engagierte, Bund Naturschutz, evtl. WL, SPD, ...) eine echte Vision entwickeln und mit diesem Gegenentwurf an die Öffentlichkeit und ggfs. in die Klausurtagung gehen.

1.11.2006 Xaver Fichtl



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