Ewald Strodel aus Kempten sprach auf Einladung von Mobilfunkinitiative Bodolz und ödp Lindau am 11.10.02 im Köchlin
Strodel war bis 1995 bei der Telekom im Mobilfunksektor beschäftigt, heute zählt der gelernte Elektroniker und Fernmeldetechniker zu den entschiedensten Gegnern der digitalen gepulsten Mobilfunk-Technologie. Damals, 1995, ist ihm bei einem Handy-Gespräch plötzlich die linke Schläfe "eingeschlafen", seither ist er elektrosensitiv. Mit großer Spannung verfolgten über 50 interessierte Zuhörer die Ausführungen Strodels zur Mobilfunktechnik.
Das Hauptproblem der digitalen Technik ist ihr Einfluss auf das Nervensystem. Unter dem Einfluss der digitalen Nadelimpulse werden die Ionenkanäle der Nervenzellen geöffnet, der Austausch von Natrium-, Kalzium- und Kalium-Ionen, der den Nervenimpuls auslöst, erfolgt dadurch schneller, die Ruhephase zwischen Nervenreizungen wird verkürzt. Da die Basisstation des Mobilfunksenders rund um die Uhr den gesamten Raum abdeckt - auch dann, wenn niemand telefoniert - kommt es zu einer Dauerirritation des Nervensystems.
Bereits 1995 hat Prof. Dr. Semm bei einem Forschungsauftrag der Telekom festgestellt, dass bei Bestrahlung mit gepulster Hochfrequenz 60 Prozent der Nervenzellen schon weit unter den Grenzwerten falsch reagieren. Im Gegensatz zu analogen elektromagnetischen Wellen (Rundfunk, Fernsehen, Licht) kann sich der Körper nicht auf die Nadelimpulse der Mobilfunktechnologie einstellen, die im Zeitschlitzverfahren mit hoher Energie abgestrahlt werden und in der Natur nicht vorkommen.
Strodel, inzwischen zum Heilpraktiker ausgebildet, sieht einen Zusammenhang zwischen der Einführung der Digitaltechnik in den 80er-Jahren und dem seither beobachteten sprunghaften Anstieg von Nerven-, Kreislauf- und psychischen Erkrankungen. Sein Fazit: wir brauchen eine neue Technologie, die den biologischen Grundrhythmus nicht stört. Als Erstmaßnahme fordert er die drastische Senkung der Grenzwerte und das Verbot von Handys für Kinder.