Interview mit Peter Borel im Westallgäuer

Westallgäuer:
Gescheitert ist das Volksbegehren "Menschenwürde ja, Menschklonen niemals",das von der ÖDP initiiert worden war. 212927 stimmberechtigte Bürger haben sich laut den vorläufigen Zahlen des Statistischem Landesamt in den bayerischen Rathäusern eingetragen. Spitzenreiter im Landkreis Lindau ist die Gemeinde Grünenbach mit 61 Unterschriften (6,33 Prozent). Wir sprachen mit dem Kreisvorsitzenden der ÖDP, Peter Borel.
Wie beurteilen Sie das Scheitern des Volksbegehrens?
Peter Borel:
Vordergründig gesehen, ist es ein Misserfolg. Aber insofern gesehen, dass rund 200000 Menschen bayernweit in die Rathäuser gegangen sind, ist es auch ein Erfolg. Außerdem haben wir das Thema Gentechnik unter die Leute gebracht und es wurde auf breiter Basis darüber diskutiert. Erstaunlich finde ich, dass in Lindenberg mit 306 Unterschriften und einem Anteil von 3,66 Prozent vergleichsweise gut unterstützt wurde, obwohl die ÖDP dort nicht so gut vertreten ist.
Westallgäuer:
Wie beurteilen Sie die Zahlen im Landkreis im schwabenweiten Vergleich?
Borel:
Der Landkreis liegt mit 3,79 Prozent ­ das entspricht 1759 Unterschriften ­ deutlich über dem schwäbischen Durchschnitt von 2,47. Und das, obwohl wir von den Landtagsparteien keinerlei Unterstützung bekommen haben. Speziell im Landkreis Lindau haben uns aber die Kirchen und Ärzte sehr unterstützt.
Westallgäuer:
Woran liegt es, dass es nicht gereicht hat?
Borel:
Das liegt daran, dass dieses Thema kompliziert ist und nicht so nah am Bürger dran wie Benzinpreise oder BSE-Krise. Vielleicht haben wir auch nicht ganz so gut rübergebracht, dass das Volksbegehren eine Möglichkeit für die Bevölkerung ist, direkt mitzubestimmen.

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