06.02.2002 Augsburger Allgemeine
Mit Mobilfunk in der Nähe kein Glück mehr im Stall
Bauern klagen dem Abgeordneten Volker Hartenstein ihr Leid
"Im Frühjahr 1998 blieben die Schwalben aus" - das war Friedrich Stängls erste Beobachtung. Seit in seiner Nachbarschaft eine Mobilfunkantenne steht, ist für den Oettinger Landwirt "nichts mehr, wie es einmal war". Von den Sorgen um die Gesundheit ihrer Kühe berichteten bayerische Bauern
dem ehemals grünen und jetzt parteilosen Abgeordneten Volker Hartenstein.
Bewegungs- und Fruchtbarkeitsstörungen, Früh- und Missgeburten, schwache Kälber und nervöse Störungen: Die Landwirte erzählen alle von denselben Problemen auf ihren Höfen in Oettingen, Ottobeuren, Lamerdingen und Leutkirch. "Zwei Kühe sind an Herzversagen gestorben, mehrere haben im vierten Monat ihren Kälber verloren und die Küken von meinem Entenpärchen sind alle in den ersten zehn Wochen gestorben", so Maria
Heubach aus Leutkirch. Sie selbst hat immer öfter Kopfschmerzen. Seit Juli 2000 haben die Kühe von Wolfgang Baur aus Lamerdingen sieben Kälber verworfen. "Wo soll denn das alles herkommen, wenn nicht vom Mobilfunk?", fragt sich Peter Schneider. Der Ottobeurer erzählt von Missgeburten, Schwergeburten und Abgängen in den vergangenen vier Jahren.
Hartenstein regt nun eine bundesweite Frageaktion bei den Landwirten an. Für den Landtag hat er vier Anträge formuliert: Die Sendemasten in der Nähe der betroffenen Landwirte sollen abgeschaltet werden. Auf
dem Gelände der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht soll für Beobachtungszwecke eine Antenne errichtet werden. Außerdem verlangt er eine Nachfolgeuntersuchung zur so genannten Rinderstudie.
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