ÖDP: Wie kurzsichtig ist dieses Denken!

Der geplante Boykott der Gastronomen und Händler auf der Insel am diesjährigen Kinderfest zeigt deren kurzsichtiges Denken, schreibt die ÖDP-Pressestelle in einer Mitteilung. „Ob mit oder ohne Seeparkplatz, immer war das Wehklagen der Händler bis über die Seebrücke zu hören“, erinnert sich Peter Borel. Meist geht es um längere Öffnungszeiten, verkaufsoffene Sonntage, Kundenstopper, und immer um fehlende Parkplätze.

Als ob die Kundenseligkeit allein im naturgegebenen Parkplatz vor der Ladentüre läge! Will man die Maximilianstraße wieder für alle Autos öffnen? Andere Städte machen es vor, wie Innenbereiche dem gehenden Kunden geöffnet werden und wie es Händler trotzdem oder gerade deshalb schaffen, Kunden zu gewinnen. Erinnert man sich nicht mehr an den Aufschrei der Kaufleute, als 1973 die Fußgängerzone eingerichtet wurde? Die Insel im Bodensee ist geradezu geschaffen, Fußgänger, Radler und Bus- und Bahnfahrer einzuladen.

Seit es die ÖDP in Lindau gibt, immerhin schon 30 Jahre, propagieren wir die verkehrsberuhigte Insel und eine autofreie Altstadt, weil wir wissen, wie man mit Juwelen umgeht. Niemand käme auf die Idee, die Münchner Innenstadt dem motorisierten Individualverkehr freizugeben und Parkplätze oder Parkhäuser zu bauen, damit die Menschen zum Marienplatz kommen.

Die Mobilität wird sich so verändern, dass Parkplätze zum größten Hemmnis für Stadt-entwicklung werden, und noch schlimmer sind die Parkhäuser. Wertvoller Grund und Boden sollte den Bürgern, nicht den Autos zur Verfügung stehen.

Was gibt es denn auf der Insel zu kaufen, das nicht in einer Tasche Platz hat? Große und teure Antiquitäten werden doch wohl nach Hause geliefert!

Zu Fuß gehen ist erlaubt, das Fahrrad erfunden. Die Bahn wird in zwei Jahren die große Mobilitätsader in Lindau werden, der Stadtbus bietet ein hervorragendes Angebot im Nahbereich, die regionale Busanbindung wird schrittweise verbessert. Und den Rest erledigen Taxen oder Shuttleservice.

Selbst das Parkhaus am Karl-Bever-Platz ist eine geistlose Idee, die das schöne Entree der Insel kaputt macht. Eine Parkplatzfläche, wie sie dort jetzt besteht, würde für die Lindauer durchaus genügen. Jede Parkmöglichkeit in Inselnähe zieht zusätzlichen Verkehr an, den wir eigentlich vermeiden sollten.

Und wenn die Gastronomen das Fest der Kinder missbrauchen, um ihre Interessen gegen die Mehrheit der Lindauer durchzusetzen, dann geht der Schuss nach Hinten los. Eine größere Antiwerbung für die Insel ist gar nicht vorstellbar.

 


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